Geschichte der Wasserversorgung seit 1925

1925
Beginn der intensiven Planungen zur Errichtung einer zentralen Wasserversorgung der Stadt Fürstenberg/Oder. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt bereits 7.310 Einwohner und die künftige Trinkwasserversorgung sollte für 10.000 Einwohner gewährleistet werden.

1929
Am 15. August dieses Jahres erfolgte durch den damaligen Bürgermeister Herrn Pritzsche der 1.Spatenstich für die Errichtung des Wasserwerkes in Fürstenberg/Oder.
Der Tagesbedarf je Einwohner (mit Industrie) wurde damals mit 66,6 l/Tag veranschlagt.

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1930
Um eine kontinuierliche und stabile Wasserversorgung gewährleisten zu können wurde der heute nicht mehr genutzte Wasserturm errichtet und am 26. November zur Nutzung übergeben (Fassungsvermögen 350 m³). Die Kosten für den Bau des Wasserwerkes und des Wasserturmes betrugen 690.000 RM.

1950
Mit dem Beginn der Errichtung des Eisenhüttenkombinates Ost und der gleichzeitigen Gründung der Wohnstadt, später Stalinstadt und seit dem 13.11.1961 Eisenhüttenstadt, war es erforderlich das Trinkwasserrohrnetz ständig zu erweitern.

1953
Da der Wasserverbrauch immer weiter anstieg und das Wasserwerk Fürstenberg/Oder den Bedarf nicht mehr abdecken konnte, wurde ein neues Wasserwerk am Rande der Gemeinde Pohlitz mit einer Kapazität von ca. 15.000 m³/Tag errichtet.

1958
Betrug der Pro-Kopf-Verbrauch in diesem Jahr 94 l/Ed , so waren es im Jahr 1960 bereits 110 l/Ed. und stieg im Jahr 1965  auf 140 l/Ed.

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1970

Durch die ständige Erweiterung der Anlagen des Eisenhüttenkombinates Ost, steigender Einwohnerzahlen und des daraus resultierenden steigenden Wasserverbrauches sowie des Ausfalls des Wasserwerkes Fürstenberg/Oder reichte auch die Kapazität des Wasserwerkes in Pohlitz nicht mehr für eine stabile und qualitätsgerechte Versorgung mit Trinkwasser aus. Deshalb wurde mit der Rekonstruktion des Wasserwerkes in Pohlitz begonnen, die mit einer Erweiterung der Kapazität auf 39.800 m³/Tag abgeschlossen wurde. Über ein weit verzweigtes System von Trinkwasserrohrleitungen mit einer Gesamtlänge von mehr als 400 km gelangte das aufbereitete Trinkwasser zu den Kunden. Zusätzlich sicherten 5 Hochbehältergruppen mit einer Gesamtspeicherkapazität von 18.700 m³  und 8 Druckerhöhungsstationen die kontinuierliche Versorgung aller mit Trinkwasser ab. Von den Wasserwerken Treppeln, Schwerzko und Dammendorf wurden täglich ca. 1.450 m³ zusätzlich in das Trinkwassernetz eingespeist.

1990
erfolgte im Zuge der Privatisierung die Umwandlung des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung in die MWA GmbH und

1993

am 01.09.1993 wurde der TAZV Oderaue (Zusammenschluss zu einem Zweckverband zur Erfüllung der Versorgungs- und Entsorgungsaufgaben von 21 Gemeinden und der Stadt Eisenhüttenstadt) gegründet. Bereits im diesem Jahre wurden seitens des TAZV Oderaue dringend notwendige Erschließungsmaßnahmen, sowie umfangreiche Auswechslungen von Trinkwasserleitungen betreut.
Hauptschwerpunkte der Erschließungsarbeiten dieses Jahres lagen in den Gemeinden Schernsdorf – Mahlheide (1.720 m Trinkwasserleitung als Ersatz für die teilweise ausgefallene Eigenversorgung) und in der weiteren Erschließung der Gemeinde Ziltendorf. Im Rahmen der Rekonstruktion von Trinkwasserleitungen wurden z.B. im OT Aurith 1.096 m, den Gemeinden Pohlitz 1.200 m bzw. in Rießen 820 m sowie in Eisenhüttenstadt – Bergstraße 1.061 m ausgewechselt. Insgesamt wurden 6.887 m Trinkwasserleitung erneuert.
Die gesamten Investitionen des Jahres 1993 in Anlagen und Netze betrugen 2.613.000 DM = 1.336.005,60 €.

1994
wurden weitere Erschließungs- und Auswechslungsarbeiten an Trinkwasserleitungen zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit  Trinkwasser nach Menge, Druck und Qualität  durchgeführt. Hierbei ist die weitere Erschließung der Gemeinde Ziltendorf (1.747 m), die im Zusammenhang mit der Abwassererschließung durchgeführt wurde, sowie der Baubeginn für eine Trinkwasserleitung von Pohlitz nach Groß Lindow (insgesamt 5.650 m Leitung DN 300 Guss) hervorzuheben. Aber auch die Erschließung des heutigen City-Centers (1.771 m) erfolgte unter Mitwirkung der Mitarbeiter des TAZV Oderaue.
Die gesamten Investitionen des Jahres 1994 in Anlagen und Netze belief sich auf 3.727.000 DM = 1.905.584,80 €.

1995
Noch vor der Beendigung der Baumaßnahme Trinkwasserleitung Pohlitz – Groß Lindow wurde mit der Erschließung des OT Schlaubehammer (5.214 m) und der RA im V.WK Bereich Rosenstr./Weinbergstr./Birkenweg begonnen und im laufenden Jahr abgeschlossen.
Waren im Vorjahr noch 53 neue Hausanschlüsse herzustellen, so stieg die Anzahl der neu zu errichtenden Hausanschlüsse im laufenden Jahr auf 235.
Parallel zu den Investitionen im Rohrnetz wurde in diesem Jahr mit dem Umbau der Technologie des Wasserwerkes Pohlitz bei laufendem Betrieb begonnen.
Die gesamten Investitionen des Jahres 1995 in Anlagen und Netze betrug 3.799.066 DM = 1.942.431,60 €.

1996
Der Winter 1995 / 1996 hat die stabile Versorgung nicht nur im Bereich des TAZV Oderaue, sondern bundesweit, durch lang anhaltenden Frost, Eis und Schnee, negativ beeinflusst und auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.  Durch den Dauerfrost war der Erdboden teilweise bis zu 1,60 m tief gefroren, sodass Trinkwasserleitungen und ca. 800 Hausanschlüsse einfroren. Die zwischenzeitliche Versorgung der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten wurde über Wasserwagen organisiert. Gleichzeitig wurden große Anstrengungen unternommen, um die eingefrorenen Trinkwasserleitungen aufzutauen. Aus diesem Grund war es erforderlich, im laufenden Jahr 3.500 m Trinkwasserleitungen auszuwechseln. Allein in der Gemeinde Vogelsang  wurden 1.588 m Trinkwasserleitung tiefer gelegt. Im Rahmen der weiteren Erschließung der Gemeinden Diehlo und Kieselwitz mit Abwasser erfolgte eine kostengünstige Auswechslung alter Trinkwasserleitungen (3.469 m).
Im Wasserwerk Pohlitz wurde an der Erneuerung der Technologie weiter gearbeitet.
Die gesamten Investitionen in Anlagen und Netze erforderten in diesem Jahr einen finanziellen Aufwand in Höhe von 4.448.000 DM = 2.274.226,20 €.

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1997
Der Hauptschwerpunkt der Investitionen in diesem Jahr lag nicht nur in der weiteren Rehabilitierung und Erweiterung des Trinkwasserrohrnetzes, sondern auch in der Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes des TAZV Oderaue am Standort in Eisenhüttenstadt, Am Kanal 5. Die Baumaßnahmen am Trinkwasserrohrnetz erfolgten zum größten Teil im Zusammenhang mit der Abwassererschließung bzw. im Rahmen von Maßnahmen zum Straßenausbau (insgesamt 4.526 m), wie zum Beispiel in Brieskow-Finkenheerd (1.180 m). Zusätzlich wurden von den Mitarbeitern 221 Trinkwasserhausanschlüsse neu hergestellt und 58 Trinkwasserhausanschlüsse erneuert.
Die gesamten Investitionen des Jahres 1997 in Anlagen und Netze lag bei 3.611.000 DM = 1.846.274,90 €.

1998
In diesem Jahr erfolgte nicht nur die Erschließung des Ortsteiles Kunitzer Loose mit Abwasser (Fördermittel), sondern auch die Erschließung mit Trinkwasser (1.021 m) konnte kostengünstig realisiert werden. Insgesamt wurden im Rahmen der Auswechslung und Erschließung 4.656 m Trinkwasserleitung in den unterirdischen Bauraum verlegt. Gleichzeitig war ein stetiger Zuwachs an Anträgen für die Errichtung neuer und die Auswechslung vorhandener Trinkwasserhausanschlüsse zu verzeichnen. So wurden im laufenden Jahr 326 Hausanschlüsse neu hergestellt und 92 Hausanschlüsse ausgewechselt.
Das gesamte Investitionsvolumen des Jahres 1998 in Anlagen und Netze belief sich auf 2.885.000 DM = 1.475.077,00 €.

1999
Der Schwerpunkt unserer Arbeit in diesem Jahr lag in der Erschließung der Bungalowsiedlung Schernsdorf (3.661 m), der weiteren Auswechslung der Trinkwasserleitungen in Groß Lindow (1.572 m), Brieskow-Finkenheerd (950 m) und Eisenhüttenstadt, Königsstraße (780 m). Es wurden 9.629 m Trinkwasserleitung erneuert bzw. neu verlegt. Im Bereich der Trinkwasserhausanschlüsse bestätigte sich der Trend der letzten Jahre:
Es wurden 413 Trinkwasserhausanschlüsse neu hergestellt und 171 Hausanschlüsse erneuert. Durch unsere Mitarbeiter wurde im Rahmen von Eigenleistungen das ehemalige Wasserwerk in Neuzelle zu einer Druckerhöhungsstation umgebaut. Im Wasserwerk Pohlitz wurde der Umbau der Technologie zum Abschluss gebracht und vorbereitende Maßnahmen für Arbeiten am Gebäude durchgeführt.
In die  Anlagen und Netze wurden in diesem Jahr 2.206.000 DM = 1.127.909,80 € investiert.

2000
Wurde in den letzten Jahren ein großer Teil der Trinkwasserleitungen in den Gemeinden in der Regel im Rahmen der Abwassererschließung – zumeist mit Fördermitteln – und somit kostengünstiger erneuert, so wurde es auf Grund des Rückganges der Förderung von Baumaßnahmen erforderlich, die Strategie der Rehabilitation für das Trinkwasserrohrnetz zu ändern.
Insgesamt wurden im laufenden Jahr 1.181 m Trinkwasserleitung ausgewechselt bzw. erneuert. Aber auch die Realisierung von neuen Trinkwasserhausanschlüssen ging in diesem Jahr auf 55 Hausanschlüsse zurück.
Im Zuge der Rekonstruktion des Wasserwerkes Pohlitz wurden mehrere Trinkwasserbrunnen saniert.
Zur besseren Versorgung mit Trinkwasser innerhalb der Gemeinde Neuzelle wurde Am Reisberg eine Druckerhöhungsstation in Kompaktbauweise errichtet.
Das gesamte Investitionsvolumen in Anlagen und Netze wurde auf 1.056.000 DM = 539.924,22 € minimiert.

Wasserwerk_web


2001

In Fortsetzung der Rehabilitationsstrategie des Trinkwasserrohrnetzes wurde in diesem Jahr die Trinkwasserleitung DN 125 Stahl (739 m) in der Neuzeller Straße ausgewechselt. Gleichzeitig war es erforderlich, eine Trinkwasserhauptversorgungsleitung DN 400 Guss (942 m) in den öffentlichen Bauraum zu verlegen. Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurden alle Trinkwasserhausanschlüsse erneuert. Die Anzahl der neu zu errichtenden Trinkwasserhausanschlüsse stieg wieder leicht an und belief sich auf 85 Hausanschlüsse. Im Wasserwerk Pohlitz wurde im Zuge der Rekonstruktionsarbeiten der Eingangsbereich zum Gebäude des Wasserwerkes neu gestaltet. Das gesamte Investitionsvolumen in diesem Jahr für Anlagen und Netze belief sich auf 1.594.000 DM = 814.999,25 €.

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2002
Die bereits im Vorjahr begonnene Auswechslung der Trinkwasserleitung DN 200 (630 m Trinkwasserleitung im gesteuerten Rohrvortrieb) sowie die Auswechslung von 26 Trinkwasserhausanschlüssen in der Diehloer Straße wurde im Frühjahr dieses Jahres abgeschlossen. Um Kosten im Unternehmen zu minimieren (Ablösung von Fremdleistungen) wurde im Mai 2002 ein Saugbagger (gebraucht) erworben. Mit Hilfe des Saugbaggers und der ab August konzentriert durchgeführten Korrelation (akustische Rohrschadenssuche) war es möglich, die Trinkwasserverluste durch unkontrolliert austretendes Trinkwasser im Rohrnetz zu senken. Der Saugbagger wurde bei insgesamt 162 Aufgrabungen zur Beseitigung von Schäden an der Trinkwasserleitung eingesetzt.